Kreuz und quer, dem Regen hinterher!

„allow me to play to you the music of my people“

Nach der kurzen aber doch sehr schönen Zeit in der Karibik, fuhren wir zurück ins Inland zum Nationalpark des Vulkanes Arenal. Wir starteten dort eine Wanderung durch den Regenwald, der seinem Namen  alle Ehre machte. Nach einem kurzen Stück durch Kanadisch-angehauchtes Farmland wurde es steil, wurzelig, matschig und zunehmend wolkig/neblig. Eigentlich eine sehr schöne Atmosphäre für das Dschungelsetting! Irgendwann nach bestimmt zwei Stunden Kraxelei erreichten wir den Nebenkrater des Vulkans, welcher aufgrund seiner langen Inaktivität zu einem See geworden ist. Es war immer noch sehr neblig und Nico und ich ließen es uns nicht nehmen ins (sehr) kalte Wasser zu springen und soweit in den Nebel zu schwimmen, bis kein Ufer mehr in Sicht war. Nach einem kleinen Snack aus mitgebrachter Guacamole mit Tortillas ging es wieder nach oben. Damit der uns inzwischen ja bekannte Pfad nicht zu leicht wurde, hatte es inzwischen auch noch angefangen zu Regnen. In einer doch recht witzigen Mischung aus Rutschen, Grinden und Stolpern, gelang es uns ohne Beinbruch zurück zum Auto zu kommen. Da es immer noch regnete verbrachten wir die verbliebene Stunde zum Sonnenuntergang in den nahegelegenen heißen Quellen.

Nächstes Ziel: German Bakery! Schon 30 km im Voraus durch Schilder angekündigt und auch auf iOverlander vermerkt – für Nico und mich, die seit 4 Monaten kein „richtiges“ Brot mehr gegessen hatten ein Muss.
Die Bäckerei, welche auch andere deutsche Gerichte, wie Spätzle, Schnitzel und Gulasch anbietet, liegt in einem kleinen Dorf an der Laguna Arenal. In der Nähe, direkt am Wasser fanden wir einen traumhaften Übernachtungsspot – Fabian Pickel sei Dank! Eine kurze Festfahraktion ließ sich mit Hilfe unserer Sandbleche lösen und schon standen wir völlig allein auf einer bewaldeten Halbinsel. Dem Wettergott, welcher noch immer richtig Bock auf Regen hatte, trotzten wir mit Feuer und der ultimativen Planenkonstruktion.

Und dann war die Zeit mit Anna und Rieke auch schon viel zu schnell vorbei und wir mussten die beiden wieder am Flughafen von Liberia absetzten. Wir hatten eine sehr schöne Zeit zu viert. Fanden heraus, wer ein echt guter Hund ist, wurden von Klischeeaffe, dessen Schreie wir täuschend echt imitieren können bestohlen (natürlich Bananen – gääähn) und haben nebenbei auch einen guten Teil Costa Ricas erkundet.
Jetzt sind Nico und ich wieder auf uns allein gestellt und wie gewohnt auf dem Weg nach Süden.

Das mit dem allein bleiben hat nicht so gut funktioniert, denn schon am nächsten Tag trafen wir Lula und Brisa (unsere Argentinischen Freunde, bekannt aus früheren Beiträgen) in San Jose am Walmart wieder.
Zusammen wollten wir in San Jose klettern gehen. Die Webside versprach einen echt komplizierten Weg zum Spot, doch mit dem uns üblichen Glück, trafen wir schon am Supermarktparkplatz einen Typen in Kletterausrüstung, welchen wir sofort überfielen.
Hans, aus Costa Rica, war so nett uns mit zu den Felsen zu nehmen, und ganz ehrlich alleine hätten wir das niemals gefunden:
Man musste ein Stück auf dem Standstreifen der Autobahn entlanglaufen, dann über die Leitplanke, unter der Straße durch einen kleinen Tunnel und dann einige hundert Meter durch hohes Gras, in denen sich zum Sonnenuntergang die Kobras tummeln. Am Rand des Canyons angekommen gibt es zwei mögliche Wege: einerseits über einen überhängenden Baum 20 Meter abseilen, oder (unsere Wahl) gute 10 Meter über die Wurzeln eines Baumes senkrecht nach unten klettern. Das alles, natürlich ungesichert.
Unten erwartete uns ein Wunderschöner Canyon mit grandiosen Kletterrouten. Es stellte sich heraus, dass Hans bei Stone Mountain Outdoors arbeitete, dem Shop von Mark, welcher uns vor gut 2 Wochen noch in Mal Pais aus dem Matsch gezogen hatte. Hans hatte auch schon von uns gehört, die Videos gesehen und rief sofort seinen Boss an. Spätestens jetzt war klar, dass wir nach dem Klettern noch kurz im Shop vorbeischauen mussten. Costa Rica ist ein Dorf 🙂

Am Abend hatten wir uns bei Jime und ihrem Mann eingeladen, welche in einer schicken protected Area, etwas außerhalb von San Jose wohnen. Obwohl wir zu viert, statt wie angekündigt zu zweit ankamen, waren die beiden die Besten Gastgeber überhaupt und wir genossen leckeres Essen, deutsche Spiele, eine warme Dusche und – für Nico und mich das erste Mal sei Deutschland – eine Waschmaschine mit Trockner, es ist einfach etwas anderes als Handwäsche.
Nach einem traumhaften Frühstück mit Papaya Perfecta und Capoccino ging es mit dem Versprechen an Jime, nicht wieder 10 Jahre bis zu unserem Wiedersehen zu warten zurück zum Kletterspot, schließlich kannten wir jetzt den Weg.

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Wir verbrachten einen weiteren schönen Tag am Fels, bevor wir uns gegen Abend in Richtung Carthargo aufmachten. Leider gefiel unserem Auto der heftige Stop and Go – Verkehr der San Jose RushHour garnicht und Optimus Primetime überhitzte so richtig schön. Unglaublich: Baujahr 2000, und mechanische Lüfter und keine Kühlmittelnachlaufpumpe – deswegen sind die auch nicht in der EU! Egal, ging alles ohne direkte Schäden von dannen und die Pause, die die Karre zum abkühlen brauchte, nutzen wir höchst effizient zum Abendessen 😉

In Carthargo, gingen Nico und ich nochmal an einem anderen Fels klettern, diesmal viel besser erschlossen und mit echt traumhaften Vorstiegrouten.

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Am kommenden Tag fuhren wir (mal wieder) quer durchs Land bis an die Karibikseite. Vorbei an verregneten Bananenplantagen, den Containertürmen von Porto Limon bis zum, leider immer noch sehr verregneten Playa Negro. Auf der Suche nach einem Schlafplatz, fanden wir ein verlassenes Haus, was wir kurzerhand für die Nacht in Beschlag nahmen. Eine gemütliche Pokerrunde unter dem halbwegs dichten Dach, brachte diesen Tag zu einem perfekten Ende. (denn ich habe gewonnen 😉 )
Und mit ein bisschen Glück regnet es morgen zumindest weniger und ich kann euch mit Strandfotos versorgen.

Tim

Abschmikpaste oder Getriebeöl?

„ihr existiert nicht, okay?“

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Silvester verbrachten wir in Montezuma. Schon die zweite Nacht campten wir wie schon an einigen Stellen entlang der Küste zuvor, wild, direkt am Wasser unter Palmen. Einfach traumhaft, dass das hier so einfach möglich ist. Wieder einmal DAS Argument für unsere Art zu Reisen. Overlanding. Einfach mit dem Auto los, bleiben wo es schön ist, weiterziehen wenn das Verlangen nach Abwechslung kommt. Apropos Overland und Fahrzeuge, ich hab mich – da ich hier ja nicht so viel Zeugs basteln kann – gedanklich zu ein paar Fahrzeugspinnereinen ausgelassen. Wen es interessiert: HIER (aber Achtung, könnte Stellenweise aber hart nerdig und flanschlastig sein 😉 )

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Aber nun zurück zum eigentlichen Fortgang der Story. Die letzten Tage des Jahres 2016 verbrachten wir wie gesagt entlang der Küste auf dem Weg nach Süden. Eine kleine Süßwasserabwechslung für die Salzwasserfrise, an den Wasserfällen von Montezuma und Heather springt eh nicht.

Dann war auch irgendwie direkt Silvester. Zusammen mit vielen Zeltcampern, nur 100m vom Zentrum des kleinen Hippieörtchens, campten wir direkt am Strand. Die Polizei kam die Tage vorher ab und zu mal kurz vorbei und versuchte einige Leute zum Gehen zu bewegen, das hat aber niemanden so wirklich interessiert und blieb auch ohne Konsequenzen. Im örtlichen Supermarkt deckten wir uns für unglaubliche 50.000 Colon mit einem fetten Silvesterbarbeque ein, was wir auf unserem Feuer zubereiteten. Lecker wars und zusammen mit ein paar Franzosen, die wir schon vorher getroffen hatten brachten wie mit Spielen wie, Fuck the Dealer, Ring of Fire und Strandparkengames I +II, die Zeit bis Mitternacht schnell rum. Im Zentrum von Montezuma stieg dann noch eine fette Goa-Party, direkt auf der Straße. Irgendwann zwischen 4 und 5 gings dann auch ins Bett 🙂

Start ins neue Jahr – erstmal quer durch Costa Rica, auf die Karibikseite. Mit der Fähre runter von der Halbinsel, kleines Walmart Revival im Verkehrschaos von San Jose und eine  Nebelfahrt über den Wolkenpass.

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Den Vampiren bloß keine Chance geben…

Nach ein paar Kilometer Piste, mussten wir unser Auto zurück lassen und mit dem Boot weiter, denn nach Tortuguero führt überhauptkeine Straße. Durch mega coolen Dschungel ballerten wir mit dem Langboot mit Außenboarder durch Schlammbraunes Wasser.
Nach rund einer Stunde erreichten wir den Küstenort mit Karibikflair. Auf Anraten der Parkverwaltung liehen wir uns Gummistiefel und sexy farbige Stulpen, denn der Weg durch den Nationalpark war teilweise überflutet. Zuerst völlig allein wanderten wir los, entlang des tatsächlich grob matschig, leicht flüssigen Pfades. Nach kurzer Zeit gesellten sich abwechselnd Affen, bunte Vögel und sogar Faultiere dazu. Ein wirklich toller Tag 🙂

Die Affen rasen durch den Wald

Wer findet hier den Papagei?

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Hier dachten wir noch, dass wir keine Faultiere vor die Linse bekommen würden…

Die Fellbüschel sind tatsächlich Faultiere, bewegen tun sie sich naturgemäß eher selten


Die anderen haben die wirkliche Attraktion von Tortuguero leider nicht wirklich erkannt. Aus der Zeit, als der Ort noch ein Sägewerk für kostbares Tropenholz war, waren einige Maschinen, inzwischen komplett vom Salzwasser zerfressen, zurück geblieben. Makes me feel warm and fuzzy inside…

Tim

Pura Vida

„cooler Spruch“

Die letzten Tage in Nicaragua verbrachten wir in unserer netten deutsch-agentisch-spanischen Runde zu siebt an verschiedenen Punkten der Küste. Nichteinmal steile Matschstraßen, Tsunamiwarnungen die sich nach viel Panik als Übung herausstellten oder starke Regengüsse konnten uns davon abhalten eine tolle Zeit in diesem genialen Land zu haben.

Die Grenze nach Costa Rica stellte sich als besonders Zeit und Nervenaufwendig heraus, waren doch alle Stationen Zoll, Versicherung, Autoanmeldung in verschiedenen Gebäuden. Nach rund 4 Stunden hatten wir es dann aber doch geschafft und machten uns im Sonnenuntergang auf zum Flughafen von Liberia, denn wir wollten heute noch Rieke abholen, welche uns zusammen mit Anna, welche einen Tag später ankommen sollte über die Feiertage besucht.
Das Ankommen und Abholen verlief absolut problemlos und nach ein paar Tagen am Strand wollten wir den ersten Nationalpark unsicher machen. Vor den Kopf gestoßen, dass man trotz Ankündigung im Reiseführer im Park Pablo Verde nicht mehr campen könnte, verbrachten wir die Nacht in/an den heißen Quellen am Fuß eines Vulkans und fuhren am kommenden Tag nocheinmal zum Park.

Zurück im Pablo Verde, fuhren wir über staubige Pisten durch wunderschöne Landschaften. Kleine Spaziergänge zu Aussichtspunkten, Mittagessen unter gigantischen Bäumen, belagert von Leguanen –schön. Leider keine Affen, Murmeltiere oder anderes exotisches Vieh, naja wir haben ja noch etwas Zeit dafür.

 


Nächster Spot, zurück auf die Halbinsel Nicoya, Weihnachten steht an. Wir verbrachten Heilig Abend unter Palmen, direkt am Strand und den ersten Feiertag gaben Nico und ich ein paar Surfstunden.
Leider mussten wir hier auch unsere große 30 Liter Trinkwasserflasche aus Mexico erneuern – und dabei hatte die Alte noch nichtmal einen Namen…

Weiter gings, die Küste entlang Richtung Süden. Costa Rica ist wunderschön und es gibt unzählige Camspots direkt am Meer. Leider ist aber auch alles hier unfassbar teuer und die bekannten Orte sehr touristisch, besonders jetzt über die Feiertage…
Aber an genau solch einem Ort verbrachten wir die letzte Nacht, völlig allein mit einem schönen Lagerfeuer.

Nächstes Ziel: Playa Santa Theresa. Ein paar Kilometer die Küstenstraße runter… dachten wir. Die nicht asphaltierte Straße machte mir besonders viel Spaß und schüttelte den Bus gut durch. Dann Plötzlich ein Fluss… wir mussten schon früher immer mal wieder durch einen kleinen Bach fahren, aber das hier war ein echt breiter und tief aussehender Fluss mit nicht zu verachtender Strömung. Ich wollte mich schon ans durchwaten machen um die ideale Spur zum Furten zu finden, als ein Toyota LandCruiser mit Kanus beladen angefahren kam. Der Fahrer, Mark, der hier ein Outdoortour – Unternehmen besitzt, kannte den Fluss gut und gab mir ein paar Tipps zum queren.

Kurz darauf, trafen wir Mark und seine Familie schon wieder, als sie sich in einem Matschloch festgefahren hatten. Das machten wir ihnen gleich mal nach und konnten zum Glück von Mark rausgezogen werden. Die wahrscheinlich erste Situation auf dieser Tour, die wir nicht ohne fremde Hilfe geschafft hätten!!!
Es folgten noch ein paar weitere aber nicht so tiefe Furten und echt fiese Pisten, bis wir gegen Ab end wieder an der Küste waren.

Tim

Pasta again!

„first good boy – now gipsy“

Neben all den guten Erfahrung zeigt sich Nicaragua als das Land in dem wir die bisher meisten Schwierigkeiten mit korrupter Polizei haben sollten. Es begann bereits auf dem Weg nach Leon, als wir eine Strafe zahlen sollten, weil wir ohne Versicherung unterwegs sind. (seit Guatemala war Versicherung freiwillig) hier konnten wir uns noch durch Unwissenheit rausreden und in der nächsten Stadt eine Versicherung kaufen. Nächster Polizeistop auf der berüchtigten Careterra Sur. Die Cops wollten uns weismachen, dass unser amerikanisches Fahrzeug  hier in Nicaragua auch ein vorderes Nummernschild benötigen sollte… (in den USA nicht üblich) Die Strafe soll in der nächsten Stadt bezahlt werden, als Pfand bleiben Führerschein und Fahrzeugpapiere solange bei der Polizei- na klar. Unsere Argentinischen Freunde haben das knallhart ausdiskutiert und am Ende sind wir wider allen Erwartungen  aus der Nummer gratis rausgekommen.

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Abends fuhren wir in den Nationalpark des Vulkans Masaya, um dort, hoffentlich mit weniger Rauch die Lava brodeln zu sehen. Wir wurden nicht enttäuscht, zwar konnten wir mit dem Auto bis an den Kraterrand fahren, aber die Sicht war der Wahnsinn. Tief unten konnte man tatsächlich einen richtigen Lavafluss mit Blasen und Fontänen (quasi genau wie bei Minecraft) sehen. Den Versuch durch das Hinzufügen von Wasser Obsidian herzustellen, haben wir dann aber doch unterlassen.

Witziger Weise campten wir den Abend vor den Toren des Nationalparks in der genau der gleichen Fahrzeugkonstellation wie schon zwei Tage zuvor in Las Penitas. Hier in Nicaragua trifft man sich wirklich häufiger.

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In der Stadt Granada am Lago Nicaragua, liehen Nico und ich uns eine 150er Enduro aus, um ein bisschen den See zu erkunden und vor allem, um mal wieder zu schalten – Automatikfahren nervt so langsam. Durch Zufall endeckten wir auf unserer Tour eine verlassene (?) Dirtbike Strecke und ließen ein bisschen den Sand fliegen.


Campen konnten wir hier netterweise für unschlagbare günstige 80 Cordoba beim Roten Kreuz und zu unserer Überraschung trafen wir hier schon wieder auf Layla und Celeste, die genau wie wir mit einem Van aus den USA unterwegs sind. Wir verbrachten einen netten Abend zusammen und beschlossen uns in zwei Tagen auf der Insel Ometepe zu treffen. Vorher wollten wir nochmal an die Küste.


Der Spot, nur über Endlose Pisten zu erreichen, war wunderschön und wir hatten vielleicht eine der besten Surfsessions hier. Viel Land direkt am Strand steht zum Verkauf – man könnte ins Grübeln kommen…


Nächster Tag, auf zur Fähre. Pustekuchen, an Wochenende muss für Autos vorgebucht werden. Mist! Also umsonst nach San Jorge gegurkt. Kurze Abwägung der Alternativen – zurück ans Meer.
Nach einer guten Stunde Fahrt durch Teilweise wunterbar tiefe Matschlöcher (wir haben jetzt endlich mal Reifen mit Profil auf der Hinterachse und so langsam macht die Kiste auch Offroad Spaß) erreichten wir Plascha Maderas. Noch während wir uns den Strand anguckten, hielt neben uns der inzwischen bekannte Chevrolett der spanischen Mädels. Sie hatten das gleiche Problem mit der Fähre und haben sich durch Zufall für den gleichen Spot entschieden, die Welt und insbesondere Nicaragua ist klein!

Ein weiterer toller Abend mit Gitarrenmusik, Lagerfeuer an einem Campspot direkt hinter dem Strand – 1 Traum.

Tim

Soy una tortuga

„your kids will have a Volcano every morning“

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Nicaragua. Der erste Eindruck des Landes auf uns hält sich weiterhin gut. Von unserem Übernachtungsspot ging es in die Stadt Leon. Trotz 25 Grad+ kommt hier sogar eine Art Weihnachtsstimmung auf…

Von hieraus starten die Touren für die Vulkanbesteigung des Telica. Nach kurzem abchecken mehrerer Touroperator waren wir uns relativ sicher, dass 1600 Cordoba (etwa 55 €) pro Person definitiv zu teuer sind. Also auf eigene Faust!
Von Reinhold, einem Franzosen, der die Panamericana mit dem Fahrrad bereist, konnten wir uns ein Zelt leihen, Vorräte fanden sich schnell im örtlichen Supermarkt. Danach fuhren wir in den Ort, in dem die Tour starten soll, besorgten uns einen Guide, für die ersten zwei Stunden in denen der Weg kompliziert sein soll (3€ pP) und los gings.

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Ein recht einfacher Weg führte uns durch Weide und Farmland, über eine Blumenbewachsene Hochebene, bis uns unser Guide an einer Kreuzung, an der es nur noch geradeaus gehen sollte, absetzte.  Viel früher als geplant setzte auf diesem letzten Stück die Dämmerung ein, und wir mussten die Strecke zum Basecamp im Dunkeln zurücklegen. Dort angekommen, trafen wir nur eine andere kleine Gruppe, sonst hatten wir den Berg völlig für uns – toll.

Nach dem Zeltaufbau und Abendessen machten wir uns zum letzten Stück des Kraters auf, um hoffentlich im Dunkeln die Lava bestaunen zu können.
Leider hatte Telica an diesem Tag sehr viel Lust zu rauchen und der Schwefelhaltige Dampf versperrte Oft die Sicht ins innere des Vulkans. Trotzdem, am Kraterrand zu stehen, während in 120m Tiefe die Lava vor sich hinsprudelt, schon ein tolles Gefühl. Kein Zaun, keine Warnschilder, kein Aufpasser – kein Problem.


Morgens genossen wir noch den Sonnenaufgang, wieder vom Krater, und machten uns gesättigt mit Eindrücken auf den Rückweg, welchen wir auch ohne Guide problemlos fanden.
Nach dem Belohnungsessen (Shawama) und der Zeltrückgabe in Leon, fuhren wir, immer noch zu 5. Nach Las Penitas an den Strand.
Hier trafen wir schon wieder auf die  beiden Radfahrer Reinhold und Hunho. Der Abend wurde sehr lustig, Gitarre never-ever, Rum aus Belize und Endete mit einer bestimmt einstündigen Skinny-Dipping Session im Kampf mit den Wellen. Fuck the Moon!

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In dem Hostel, vor dem wir campen blieben wir noch ein paar Tage, surfen, lecker essen, entspannen. Gestern wurde gab es hier ungeplant ein kleines Overlander-Treffen.


Tim

PS: Ich revidiere meine Aussage vom letzten Post, man kann mit 5 Leuten in unserem Auto schlafen, es macht aber keinen Spaß. Nachdem bei einem Spot am Abend die Polizei ankam und uns mitteilte, dass es hier nicht sicher wäre zu campen, uns aber auch keinen alternativen Ort nennen konnte, hielten wir es für besser das Zelt wieder abzubauen und alle im Auto zu schlafen.

Wasn’t me!

„meinst du nach 15 min ist es nicht mehr unhöflich nach einer Fettpresse zu fragen?“

Nachdem der letzte Eintrag weniger unsere Reiseneuigkeiten als persönliche Macken gezeigt hat, gibt es nun mal wieder etwas, vielleicht etwas mehr informelles aus meiner Feder.
Nach dem Abschied von Marie und Josephine am Lago Attitlan, verbachten Nico und ich noch ein paar Tage in Antigua. Gemeinsames Campen mit anderen Overlandern auf dem Polizeiparkplatz, warten auf Nicos Schuhe und Kaffee mit Derek.

Ich könnte noch viel mehr schreiben – über die Fahrt mit dem lokalen Chickenbus, der bei einem Unfall fast umgekippt wäre, unsere Sonnenaufgangswanderung auf die Indiannose oder die Wahnsinnsfahrt auf der Ladefläche eines Pickups über Serpentinen, welche anschließend das Bedürfnis „das Leben zu feiern“, in uns weckte 😉
Aber das alles fühlt sich jetzt gerade schon viel zu lange her an, um hier detaillierter darauf einzugehen, von daher wartet einfach auf meine Rückkehr.

Neues Land neues Glück. Die wesentlichen Gegenstände wie Gitarre, Surfbrett und Gaskocher konnten wir in Antigua neu beschaffen, somit ging es motiviert Richtung El Salvador.
Man könnte meinen, das beste an El Salvador, wären die schwarzen Strände, die perfekten Wellen oder vielleicht der noch sehr unausgebaute Tourismus. Aber das ist alles falsch. Das Beste ist definitiv die Abwesenheit von Topes! Freies Fahren über geschwungene Küstenstraßen, ohne die üblichen Unterbrechungen, die das Auto auseinander zu reißen drohen.
Aber der Surf war natürlich auch nice – immer gleich brechende Riff-Wellen, Schildkröten, die neben mir aus dem Wasser gucken, sehr wenig los… Traumhaft.

In El Tunco trafen wir außerdem Lucia, Brisa und Gabi, drei Mädels aus Agentinien, mit denen wir seitdem unterwegs sind. Und nein, wir schafen diesmal nicht zu 5. Im Auto, sondern haben ein Zelt dabei. 😉

Nach El Salvador ging es auf der Transitstrecke durch Honduras, laut Statistik das Land mit den meisten Mordopfern, Drogenschmuggel und schlechte Straßen… Sagen wir einfach, das s wir es gerne an einem Tag schaffen wollten. 2 Grenzen zu 5. Unendlich viel Papierkram…  es versprach schon im Vorfeld anstrengend zu werden. Unser Vorteil: wir haben jetzt Spanische Muttersprachler dabei. Bei der ersten Polizeikontrolle und Fahrzeugdurchsuchung meinte der Polizist beim Fund einer Zigarettenschachtel, dass er sich zwei Kippen zum probieren mitnehmen würde. Direkt kam von hinten aus dem Auto die Konterfrage ob er nicht das Wort „Bitte“ kennen würde. Eingeschüchtert zog er sich zurück und wir konnten weiterfahren – Respekt!
Die Straßen in Honduras waren dann nochmal viel schlechter als erwartet. Defintiv die bisher tiefsten Schlaglöcher unserer Tour und diese min alle 2 Meter. Oft so, dass man nicht ausweichen konnte. Die Lösung hieß: „By the Way“ von den Red Hot Chili Peppers voll aufdrehen, und in einem Wilden Tanz aus Slalom und durch Löcher Krachen mit 50 bis 80 kmh über die Straße zu ballern. Bilanz: Es Tat tat weh, aber sowohl Reifen als auch Achsen scheinen es überstanden zu haben. Optimus Primtime AHUU, AHUU!

Zum Sonnenuntergang erreichten wir Nicaragua. Ein legendärer Tonkuhlenabend vor 3 Jahren hat mich schonmal fiktiv dorthin reisen lassen, jetzt wird wahr, was lange sein musste.
Erster Eindruck: Nur freundliche Leute. Wir campierten auf einem Parkplatz hinter einem Restaurant für 1,80 € (für 5 Personen) und der Besitzer versorgte uns mit Bier, Getränken und Süßigkeiten. Fuhr uns mit seinem Auto zum Supermarkt… unglaublich, wie die Rechnung aufgehen soll.
Nicaragua – to be continued

Tim

Funfact: Dieser Blog ist nun offiziell länger als meine Bachelorarbeit 😀