Die Werwolfsippe

„du hast keinen Speicherplatz für unsere Freundschaft!“

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In Cusco angekommen, fanden wir Unterschlupf auf dem einzigen Campingplatz in Stadtnähe. Dieser ist bei Overlandern entsprechend beliebt und zusammen mit Franzosen, Holländern und natürlich auch Deutschen verbrachten wir ein paar Tage in der ungewohnt gewordenen Zivilisation. Während neben uns am LKW gebastelt wurde und ich das ein oder andere Auto/Technikgespräch genoss, erledigten wir Internet – Arbeit, Murphy stellte historische Fotos in Cuscos Altstadt nach.

Ein Ziel,  wahrscheinlich das populärste des ganzen Kontinents, lautet Machu Pichu. Erwartungsgemäß maximal touristisch und teuer, dennoch kann man von dieser Tour wohl schlecht ohne das 0815 – Machu Pichu – Foto zurückkommen.
Da wir nicht auf Busse oder den sehr teuren Zug angewiesen sind, fuhren wir mit unserem Auto über 100 km Straße und 40 km Piste zum „Hintereingang“ Machu Pichus, der Eisenbahnstation Hydroelectrica. Früh morgens machten wir uns auf uns und liefen entlang der Schienen, die 12 km bis Aquas Caliente. Hier wurden Tickets kontrolliert und dann ging es weite 1.2 Kilometer steil bergauf bis zu den Ruinen.

Trotz Nebensaison, war es natürlich sehr voll und das eigentliche Dorf sehr überlaufen. Kleine Wanderungen innerhalb der Anlage wie zum Sungate oder der Inkabridge, waren dagegen umso schöner.

Als wir am Ende des Tages im Dunkeln über die Bahnschienen zurück zu unserem Auto kamen zeigte das GPS 31 gelaufene Kilometer an. Ein anstrengender aber umso schönerer Tag.

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Auf dem Rückweg von Hydroelectrica ließen wir uns Zeit, hielten hier und dort, schrieben einen Song und besichtigten die Salinas de Maras, eine Eindrucksvolle Salzgewinnungsanlage in denen das salzhaltige Wasser in vielen terrassenförmig angeordneten Becken in der Sonne trocknet.

Ein kleiner Umweg auf die, für unser Vorhaben falsche Seite des Berges, führte uns schlussendlich doch zu unserem  Ziel, dem Rainbow-Mountain einer in der Tat bunten Gebirgskette. Nach einer kalten Nacht im Tal brachen wir noch in der Dämmerung auf, um hoffentlich die ersten an dieser doch recht beliebten Attraktion Perus zu sein. Das wäre uns auch sicher gelungen, hätten wir den direkten Weg gefunden.
Stattdessen wählten Murphy und ich zunächst unbewusst eine viel längere Route, die uns nicht nur 2,5 Stunden mehr Laufzeit, sondern auch zwei, statt nur einer 5000er Überquerung bescherte. Trotzdem, waren wir im Endeffekt sehr zufrieden, mit diesem Ausgang, denn so gingen wir den Großteil unserer Tour durch total einsame, nur von blöd guckenden Lamas bewohnte Bergregionen, wohingegen sich der Hin-und Zurück Touristenweg, ein einziger schlammiger Massentrampelpfad zum Regenbogenberg herausstellte. Diese Stecke doppelt? Das hätte uns wahrscheinlich enttäuscht, so hatten wir eine super 21 km Tour und genossen den Rest des Tages an unserem schönen Talspot.

 

Von hieraus, schön auf dem Anden-Kamm in Richtung Süden, Arequipa. Hier wartete ein weiterer Berg auf uns, der Vulkan Chachani, gilt mit 6057 m als einer der machbarsten 6000er – das mussten wir ausprobieren. Nach ein bisschen Internet Recherche beschlossen wir, dass wir dies einfach auf eigene Faust und ohne Guide versuchen wollten.


Mit dem Auto fuhren wir über sandige Wege immer weiter in Richtung Berg. Nach einem Hohlweg, der höchste Konzentration forderte, kam eine steile Passage, die wir jedoch mit viel Räderdrehen und Schwung schafften. Danach wurde der Weg Enger, Optimus Primetime, hüpfte von Stein zu Stein, legte sich mal stark nach links und rechts , bis plötzlich eine Steigung auftauchte, die definitiv nichts für uns war. Ein kurzer Check zu Fuß, bestätigte unsere Vermutung und wir beschlossen das Auto hier stehen zu lassen und zu Fuß weiter zu gehen. Im Endeffekt waren es eine gute Stunde, und 400 Höhenmeter mehr, dafür haben wir keine Ölwanne riskiert – Gute Entscheidung.
Nach guten 3 Stunden erreichten wir das Basecamp, wo wir auf eine geführte Gruppe trafen. Unser kleines Zelt war schnell aufgebaut und direkt nach Sonnenuntergang wurde es auf den 5200 Metern empfindlich kalt, was alle recht schnell in die Schlafsäcke trieb.

Anden-Condore:

Unsere Zeltnachbarn starteten mit der Aussicht auf Gipfel-Sonnenaufgang bereits um halb 2 Nachts, wir beschlossen, da wir ja keine Ahnung vom Weg hatten, erst kurz vor 5 aufzubrechen um das Ganze im Hellen angehen zu können.
Die Wegstrecke zum Gipfel ist nicht lang, lediglich 2,3 km, da dabei aber über 800 Höhenmeter gemacht werden müssen, kann man sich die Steigung des engen Serpentinenpfades in etwa ausmalen.
Die letzten Touren in großer Höhe, schienen sich als gute Akklimatisierung für uns ausgezahlt zu haben und so konnte ich den Gipfelsturm recht fix angehen und erreichte den Gipfel nur 10 min nach dem gut 3 Stunden früher gestarteten ersten Teil der Gruppe. Überhaupt kehrten viele mit deutlichen Höhenkrankheits-Symptomen bereits nach  kurzer Zeit wieder um, während Murphy und ich vergleichsweise zügig Richtung Gipfel stapften.


Die Stadt Arequipa wurde ehrlich gesagt nur deswegen angefahren, weil wir dringend Vorräte (TOTTUS!!!) brauchten, Wäsche waschen mussten und eine warme Dusche einfach sehr verlockend klang!


Tim

Und zur Orientierung:

3 Gedanken zu “Die Werwolfsippe

  1. Tolle Leistung – sehr beeindruckende Bilder – man sieht, dass ihr trotz der Anstrengungen viel Spaß habt
    Wir wünschen euch weiter tolle Erlebnisse
    Vlg Udo&Ulli

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  2. Allein die Klaenge der Berge, Vulkane, Landschaften und historischen Orte oeffnet in meiner Fantasie Eindruecke von nicht erfuellten Wuenschen: „I’ve not done ist!“. Aber ihr habt es gemacht! Und das ist gut! Weiterhin viel Freude, Glueck und Gelingen! Jos

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  3. ihr zwei süßen, ich wünsch euch für den rest des trips noch unvergessliche erlebnisse und weiterhin so viel spaß! Wir freuen uns sehr auf euch und außerdem können wir es nicht erwarten wieder mit euch auf reisen zu gehen!!! wir streiten dann auch nicht 😀
    Passt auf euch auf und wir sehen uns dann ja zu 1 Toffifee 😉
    Denkt immer daran: Wenn man baden kann, sollte man baden…. 😉

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